Über mich

Wofür ich stehe …

Ich „ziehe“ meine Inspirationen und Einsichten direkt aus dem Leben. Ich sehe einfach – ohne dem Gesehenen etwas Eigenes überzustülpen, wodurch es sich in der ihm eigenen Deutlichkeit zeigen darf. Egal, ob es hässlich erscheint oder wunderschön. Das, was sich zeigt, ist Ausdruck eines Kosmos, der sich selbst zu durchdringen beginnt. Der verwirklicht, dass er ist. – Der göttliche Ursprung schaut sich durch die Augen des Menschen zum ersten Mal selbst. Und diese Schau kann sich nur im stillen Geist empfangen und zur Gewissheit werden. – Das ist es, was ich deutlich spüre: Das Göttliche hat keine Idee von sich selbst. Es verwirklicht sich in dieser Schau, die so intim ist, dass nichts außerhalb von ihr bleibt.

Das ist die Voraussetzung für die Verwirklichung des Paradieses auf Erden. Anderenfalls muss das Göttliche als Vorstellung im Exil verbleiben, abgeschnitten von sich selbst, als nicht durchdrungene Idee eines irrenden Menschengeschlechts, das sich, ohne davon zu wissen, vor sich selbst versteckt hat, weswegen es sich zu Tode fürchtet! Damit bleibt das Göttliche als kraftlose Vorstellung in unerreichbare Sphären verbannt. In ein Jenseits, über das der Nichtberührte aufgrund seiner nicht durchdrungenen Angst nur zu predigen und zu fantasieren weiß.

Es geht um den reifen Menschen, der es wagt, sich unmittelbar von der ihn übersteigenden göttlichen Schau berühren, inspirieren und führen zu lassen. Wodurch sich das Leben erst in seiner wahren Größe und unendlichen Zuversicht zeigen kann. Die direkte Schau wird meistens von der empfundenen Kleinheit überlagert, aus der heraus sich der uneinsichtige Mensch die Erde Untertan zu machen versucht, um sich dadurch seine eigene Größe zu beweisen. Die ihn so jämmerlich klein und unbedeutend werden lässt, dass er alles an sich zu reißen versucht und sich ganz selbst gehören will. Das ist es, was den Menschen abfallen lässt und zum süchtigen Konsumenten niedrigster Wirklichkeiten macht, die ihn vor sich selbst unendlich erniedrigen.

Das Heilige, das Sakrale verwirklicht sich als höchste Intimität eines allumfassenden Berührtseins, das vor sich selbst niemals in ein erdachtes Jenseits flieht. Nur der Scheinheilige, der Prediger, der von einem Jesus oder schlimmer noch von einem Christus spricht, muss die Wahrheit belügen, indem er das Menschengeschlecht aus eigener Kleinheit der Sünde bezichtigt und ihm die Erlösung durch den Menschensohn verspricht. Wer sich dermaßen selbst belügt, weiß schlicht nicht, wovon er spricht, wenn er vom Sohn Gottes spricht. Der sich nicht wissen lässt, sondern im eigenen Innern auf seine Verwirklichung wartet. – Die Liebe weiß nichts von derart verwirrten Gedanken, die die Ewiggestrigen seit Menschengedenken predigen, weil sie Angst davor haben, sich selbst auf den Grund zu schauen.

Ich möchte damit sagen, dass ich bereit bin, dem Menschen den wahren Menschen zu zeigen. Nichts Ausgedachtes, nichts Scheinheiliges – sondern den Menschen als Ausdruck des Kosmos und damit in seiner ganzen Schönheit und Unschuld. Die darauf wartet, sich im wahren Licht zu erkennen zu geben. Darin besteht meine Aufgabe. Ich kann und habe dabei nichts anbieten, außer mich selbst. Und ich spüre deutlich, dass sich das Göttliche eine endlose Entdeckung und damit eine reine geistige Lust ist, die sich dabei zutiefst berührt. Und auf diese Weise das ganze Leben durchdringt und einbezieht!

Die Wahrnehmung selbst führt ins wahre Selbstempfinden, das sich auch sehend, hörend, schmeckend, riechend und damit körperlich empfindend vernimmt … Denn ja, wirklich, das ist der Gottesdienst! Das ist der Erntedank! Das ist die Würdigung der Existenz und damit das, was Selbstwürdigung, also Liebe ist. – Tiere in KZs zu misshandeln und die Erde aus Mangel an Selbstempfinden gierig auszubeuten, um dann in der Kirche dem lieben Gott für seine Gaben zu danken, das ist für mich die schlimmste Form der Gotteslästerung – und damit der Selbsterniedrigung.

Weil der wahre Gottesdienst in der Unmittelbarkeit des Empfangens und damit in der Aufhebung des Widerspruchs zwischen Geist und Körper liegt. Der wahre Gottesdienst findet in der Öffnung für die Schönheit statt. Und im Erkennen derselben. Dafür bedarf es eines stillen, offenen Geistes, der sich immer tiefer einlässt und sich dabei selbst so sehr zum reinen Spiegel „wird“, dass er nicht mehr blind deuten muss und damit ganz in die Offenbarung einzieht.

Daniel Herbst

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